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Die Geschichte hinter dem Jungpferdetagebuch, Teil Neun: Und wie geht's jetzt weiter?

Wird es ein zweites Buch geben?

Buchidee: Tipps für Freizeitreiter

Wie ich in Teil Acht der Geschichte hinter dem Jungpferdebuch schon berichtet habe, waren die Verkaufszahlen für Helgis Jungpferdetagebuch zwar nicht schlecht, aber auch nicht so richtig gut. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Zielgruppe, die mit der Beschreibung des Buchs angesprochen wird, zu klein ist. 

 

Die Reviews für das Buch waren durchgängig der Meinung, dass das Jungpferdetagebuch für alle Freizeitreiter interessant sei, nicht nur für Jungpferdebesitzer und nicht nur für Islandpferdefans.

Freizeitreiterin Sigrid lacht in die Kamera während sie zwei Islandpferde führt: Rechts von ihr läuft der Rappschecke Tandri, links Sörli, ein Fuchs mit Stern und Schnippe

ESKADRON Heritage Halfter bei Loesdau
ESKADRON Heritage Halfter bei Loesdau

Da drängt sich eine Buchidee wieder auf, die ich schon seit langer Zeit mit mir herumtrage: Ich möchte einen Ratgeber aus der Perspektive einer ganz normalen Freizeitreiterin schreiben, der all die kleinen und größeren Freuden und Leiden einer solchen Freizeitreiterin anspricht.

 

Also los geht's: Die alten Notizen rausgesucht, ein potentielles Titelfoto gefunden und Ideen sortiert, jetzt wird geschrieben. Mir fallen jede Menge spaßige, rührende und auch manchmal traurige Episoden ein, die ich mit meinen Pferden erlebt habe. Die Übungen, die ich mit ihnen gemacht habe, und die Lehren, die ich aus meinen Erfahrungen gezogen habe, will ich auch aufschreiben.

ESKADRON Heritage Führstrick bei Loesdau
ESKADRON Heritage Führstrick bei Loesdau

Helgi spielt nicht mehr mit

Und dann, gerade als ich mit dem Schreiben des zweiten Buchs richtig in Schwung komme, fängt Helgi an störrisch zu werden. Er mag nicht mehr geritten werden, ist bei der Bodenarbeit faul, und hat auch nicht mehr so richtig Lust zum Spielen. Letzteres macht mir Sorgen – so kenne ich mein sonst so fröhliches Pony gar nicht.

 

Ich stehe vor einem Rätsel. Weder mit sanftem Druck noch mit Überredungskünsten und Leckerlis kann ich mein lustloses Pferd überreden, fleißig mitzuarbeiten. Außer spazieren gehen will Helgi nichts mehr tun.

 

Selbstzweifel machen sich breit. Wie will ich denn einen Ratgeber für Freizeitreiter schreiben, wenn ich mit meinem eigenen Pferd vor einer scheinbar unüberwindlichen Wand stehe? Das Schreiben des zweiten Buchs kommt ins Stocken, dann ganz zum Erliegen.

Helgi, ein Fuchsschecke, steht auf einer Lichtung im Wald und grast. Sigrid steht neben ihm und lehnt sich auf seinen Widerrist

Islandpferd Helgi steht an der Begrenzung im Longierzirkel und schaut in die Ferne. Das Sonnenlicht spielt in einem rosa blühenden Kirschbaum, in dessen Schatten Helgi steht

Eine langwierige Geschichte

Jetzt muss ich mich erstmal um mein Pferd kümmern. Da ich nicht sicher bin, ob Helgi einfach nur störrisch ist oder etwas mit ihm nicht stimmt, übe ich mir ihm die Arbeit auf freiwilliger Basis. Wir traben zusammen durch den Longierzirkel und über Trabstangen, machen Übungen aus dem Intrinzen-Umfeld, üben Aufsitzen von der Aufsteighilfe, wenn Helgi dazu bereit ist.

 

Monate ziehen ins Land. Wir machen mal Fortschritte, dann wieder große Rückschritte.

 

Der Tierarzt macht jede Menge Untersuchungen, die aber kein eindeutiges Ergebnis bringen. Eine mögliche Diagnose: Magenprobleme. Helgi bekommt über einige Wochen einen Säureblocker, der auch zu einer Verbesserung führt.

 

Er lässt mich jetzt wieder aufsitzen und wir steigern langsam aber sicher die Dauer, die er mich auf seinem Rücken duldet bevor er wieder störrisch wird.


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Ein dummer Reitunfall

Und dann kommt der Tag, an dem ich beim Versuch, von der Aufsteighilfe auf den ungesattelten Helgi zu steigen, dumm abrutsche und mir einen komplizierten Armbruch zuziehe. 

 

Da liege ich dann erstmal im Krankenhaus, sitze dann zu Hause. An Reiten ist erstmal nicht zu denken. Helgi wird von meinem Mann und einer Freundin bewegt, und ich hätte jetzt Zeit, mich wieder um das zweite Buch zu kümmern.

 

Aber meine Kreativität ist völlig versiegt. Das zweite Buch liegt weiter halbfertig und vernachlässigt auf der Festplatte.

 

Monate später gucke ich mir an, was ich bisher geschrieben habe. Das Format gefällt mir gar nicht mehr. Inhaltlich finde ich die Episoden, Übungen und Erfahrungen immer noch gut, die ich damals aufgeschrieben habe. Aber irgendwie finde ich den roten Faden nicht, der ein gutes Buch ausmachen würde.

 

 

Reiterin Sigrid sitzt nach ihrem Reitunfall in ihrem Krankenhausbett, ihr rechter Arm in der Schlinge

Und dann kommt die Erkenntnis: Das Buch liest sich wir eine Serie von untereinander verlinkten Blogposts

 

Helgis Jungpferdetagebuch ist aufgeschlagen im Kapitel "Übungen". Ein Bild auf der linken Seite zeigt Helgi, wie er frei neben Sigrid mit hochgewölbtem Widerrist einen fröhlichen Bocksprung macht. Rechts sind die beiden bei der Bodenarbeit zu sehen

Kein zweites Buch, sondern eine Serie von Blogposts

Jetzt weiß ich, was mein nächstes Projekt sein wird: Mein Blog wird abgestaubt und wieder in Betrieb genommen. Im Laufe der Zeit werden hier also ältere und neue Episoden aus meinem Leben mit meinen Freizeitpferden erscheinen.

 

Meine Editorin beim Verlag Müller Rüschlikon hat mir die Erlaubnis gegeben, einzelne Ausschnitte aus Helgis Jungpferdetagebuch hier zu veröffentlichen.

Der erste Ausschnitt ist schon live: Zwei Bodenarbeitsübungen aus dem Jungpferdetagebuch, die ich auch mit dem erwachsenen Helgi immer noch regelmäßig mache.


Gelegentlich wird es auch Blogartikel geben, die meine Erkenntnisse aus meinen inzwischen schon mehr als vierzig Jahren als Freizeitreiterin zusammenfassen. 

Licht und Schatten

Auch die lange Geschichte von Helgis "Streik" und meiner Reaktion darauf wird hier erscheinen. Nicht, weil ich "Die Lösung" für das Problem präsentieren könnte, sondern weil ich es wichtig finde, auch mal die Schattenseiten des Reiterlebens zu teilen.

 

Denn die erleben wir alle, und fühlen uns nur allzu oft damit allein. Vielleicht kann dieser Blog der einen oder anderen Reiterin das Gefühl geben, nicht ganz allein dazustehen mit den Herausforderungen, die ein eigenes Pferd so oft mit sich bringt.

 

Und wenn ich so auf die letzten beiden Jahre zurück blicke, war auch diese oft frustrierende und manchmal traurige Entwicklung von vielen kleinen Lichtblicken durchzogen. Und die zu teilen ist mir noch wichtiger, als von den Schattenseiten zu erzählen.

Freizeitpferd Helgi steht auf der Wiese in einem Garten und guckt interessiert in die Kamera

Sigrid Goldmann, Helgis Jungpferdetagebuch: Jungpferdetraining mit Johanna Tryggvason

Und hier ist das Buch, aus dem ich Ausschnitte im Blog veröffentlichen werde:

 

Am 30. April 2024 ist Helgis Jungpferdetagebuch beim Müller Rüschlikon Verlag erschienen.

  

Einen ersten Ausschnitt aus dem Buch findet ihr hier. In den nächsten Wochen wird es weitere Leseproben geben, so dass ihr einmal in die Inhalte des Jungpferdetagebuchs hineinschnuppern könnt:

 

Einzelne Trainingseinheiten, bei denen ich besonders viel von meiner Trainerin Johanna Tryggvason lernen konnte, Tipps von Johanna selbst, oder Übungen, die Johanna mir als Hausaufgabe aufgeben hat:

 

All das und mehr wird es in der nächsten Zeit hier zu lesen geben!

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